Sanierung der Fischgängigkeit

Joachim Guthruf (Aquatica GmbH) Armin Peter (FishConsulting GmbH)

Time

16:30 - 17:45

Im fünften Beitrag unserer virtuellen Vortragsreihe behandeln wir das Thema «Sanierung der Fischgängigkeit». Joachim Guthruf präsentiert die Ergebnisse der Überprüfung der Funktionsfähigkeit verschiedener Fischaufstiegshilfen im Hochrhein. Armin Peter stellt mögliche Ansätze für Fischabstiegshilfen vor.

Faerbversuch
Image: Joachim Guthruf, Aquatica GmbH

Inhalt

Fischpässe der Hochrheinkraftwerke: funktionieren sie und was bringen Neuanlagen?
Joachim Guthruf (Aquatica GmbH)

Die freie Fischwanderung ist nicht nur für Lachse und Maifische, sondern auch für Fliesswasser- und Stillwasserarten sowie bodenbewohnende Kleinfischarten überlebenswichtig. Bereits während des ersten Lebensjahres beginnen Fische zu wandern. Die Wanderungen finden mehr oder weniger während des ganzen Jahres statt.

Nicht nur der vollständige Ausfall eines Fischpasses, sondern auch die teilweise Dysfunktion wie Artenselektion, Längenselektion oder der zeitlich begrenzte Ausfall (meist in der kalten Jahreszeit) kann sich verheerend auf betroffene Populationen auswirken.

Im Jahr 2016 zählten geschulte Angelfischer und Kraftwerksmitarbeiter täglich die aufgestiegenen und in Reusen oder Zählbecken gefangenen Fische. Auf diese Weise wurden die Funktionsfähigkeit von 16 Fischaufstiegshilfen (FAH) von 9 Hochrheinkraftwerken überprüft. Sechs davon wurden seit der Zählung im Jahr 2005 neu gebaut und eine technisch optimiert. Im Quervergleich mit den unveränderten FAH (2016) und im Vergleich der neuen (2016) und alten (2005) FAH am gleichen Standort kann gezeigt werden, ob die Neubauten bzw. Optimierungen zu einer Verbesserung der Durchwanderbarkeit führten.

Fischabstieg an Kraftwerken – Möglichkeiten und Probleme
Armin Peter, FishConsulting GmbH

Im Vergleich zum Fischaufstieg existieren beim Fischabstieg an Kraftwerken deutlich mehr offene Fragen. Für Kraftwerke mit Abflüssen von weniger als 80-100 m3/s wurden in den letzten Jahren bereits einige Lösungen für den Fischabstieg entwickelt und realisiert. Einige davon werden kurz vorgestellt. Doch bei grossen Kraftwerken mit Ausbauwassermengen > 100 m3/s ist die Frage des Fischabstiegs noch weitgehend ungelöst. Zumindest für Flüsse im mitteleuropäischen Raum, die relativ artenreich sind und in denen diverse potamodrome Wanderarten vorkommen. In den USA existieren für Lachssmolts in grossen Flüssen (z. B. Columbia River) bereits befriedigende Abstiegslösungen, die jedoch nicht ohne Weiteres auf europäische Flüsse übertragbar sind.
Vorläufig sind potenzielle Lösungen für den Fischabstieg an grossen europäischen Kraftwerken erst in Laborexperimenten erforscht. Diese Resultate lassen sich jedoch nur unter grossem Vorbehalt auf die reale Situation an Kraftwerken übertragen. Es herrscht noch ein grosses Wissensdefizit.

Mögliche Ansätze für den Fischabstieg an grossen Kraftwerken werden vorgestellt und diskutiert. Im Weiteren wird kurz auf die kumulativen Effekte eingegangen, auf Probleme bei der Fischwanderung von mehreren hintereinander liegenden Kraftwerken.

Programm

16.30 - 16.35 - Begrüssung

16.35 - 17.20 - Referat «Fischpässe der Hochrheinkraftwerke: funktionieren sie und was bringen Neuanlagen?»

17.20 - 17.45 - Referat «Fischabstieg an Kraftwerken – Möglichkeiten und Probleme»

Anmeldung

Categories

  • Fishes
  • Hydrology
  • Limnology
Die Teilnahme am Referat ist kostenlos.
Der Vortrag findet virtuell via Zoom statt. Eine Anmeldung ist erwünscht.
Languages: German